Takt und Stil

Von Susanne Helbach-Grosser

Was ist Online-Benimm (Netiquette)?


Die Netiquette schreibt schon einige wenige Regeln für den reibungslosen Gebrauch vor.

  • Ganze E-Mails in Großbuchstaben schreiben?
    Nein, kommt einem rüden Sprachgebrauch gleich!

  • Mehr als 6 KB + 60 Zeichen pro Zeile schreiben? Möglichst nicht!

  • Dürfen Anrede + Schlußformel fehlen? Nein!

  • Umlaute ausschreiben? (ae statt ä ...) Wenn`s ins Ausland geht, ja!

  • Anonyme Post versenden? Mit Rechthaberei nerven? Nein, nein!

  • Kopie an alle möglichen Zweitempfänger senden? Nein!

  • Beileidsbekundungen an die Hinterbliebenen? Niemals!

  • Dringlichkeits-Hinweis anbringen. Ja!

  • Zu offiziellen Terminen und Festlichkeiten wie Hochzeit per mail einladen? Nein, lieber nicht – stilvoller ist immer Papier!

  • Mit seinem Anliegen direkt den Entscheidungsträger erreichen? Es ist sehr nützlich, die direkte e-mail-Adresse eines „Wichtigen“ zu kennen, denn sehr wenige Menschen lassen durchs Sekretariat ihre mails vorsortieren.

 

Do´s & Dont`s bei Netiquette, Chatiquette und Kommuniquette.

 

Wer will schon virtuellen Unmut schaffen?! Seit zehn Jahren gibt es Entwürfe für den reibungslosen Gebrauch im Netz. Die "Netizens" waren stolz auf die Setzung von Normen für ihr Medium, in dem Ordnung herrschen sollte. Was ist davon geblieben? Die Anhänger der Netiquette befürworten heute:

 

  • Täglich den Posteingang überprüfen und beantworten, für Geschäfts-Mails genügt jeder Arbeitstag. Im Gegenzug nicht erwarten, dass man sofort eine Antwort bekommt. Generell sollte auf e-mails geantwortet werden. Wahrscheinlich fragen „Amateure“ deswegen nach, ob ihre Nachricht angekommen ist. Dann kann man ja gleich anrufen!

  • Generell überlegen, was via e-mail losschicken. Ein Passwort ist schnell geknackt und manchmal verirrt sich eine Mail auch im World Wide Web.
    E-mails sind mit einer Postkarte zu vergleichen. Deshalb keine wichtigen persönlichen Daten verschicken oder besser Passwörter verwenden.

  • Eine e-mail im Job ist ein Geschäftsbrief und sollte genauso korrekt formuliert sein. Die Sie-Form wählen, Anrede, Abschiedsgruß, weder halbe Sätze noch Rechtschreib-Fehler. Auch wenn per Mail alles schneller geht, gründlich Korrektur zu lesen.

  • Elektronischer Werbemüll ist noch immer verpönt – längst wird er nicht mehr konsequent zurück geschickt. Und mit Rechthaberei und anonymer Post macht man sich online genauso unbeliebt wie „herkömmlich“.

  • Früher war klar: „Netizens“ duzen sich. Für Newsgroups, gilt das immer noch. Geschäftspartner, die man außerhalb des Netzes zum ersten Mal trifft, werden auch bei späteren Mail-Kontakten gesiezt.

  • Umlaute müssen in Deutschland nicht ausgeschrieben werden, bei Auslandskontakten ist das unumgänglich sonst kriegt der andere Buchstabensalat auf den Monitor.

  • Gegen einen (ehrlichen) Dringlichkeits-Hinweis und aussagekräftige "Betreff"-Zeilen ist nichts einzuwenden. Er trägt zur Arbeitserleichterung bei und hilft dem Empfänger, sich schnell zu orientieren.

  • User wissen, dass aufwendige Layouts wenig Sinn machen, der Empfänger ärgert sich jedoch nur über ein verzerrtes Chaos.

  • Vieles (Geschäftsbrief und Fax) werden aus Kostengründen heute im E-mail-Format abgefaßt. Zu den meisten offiziellen Terminen und Festlichkeiten sollte jedoch auf eine elektronische Einladung verzichtet werden. Und wirklich stillos sind Beileids-Bekundungen an die Hinterbliebenen.

  • Auch beim Chat z.B. in Expertenforen gibt es einiges zu beachten. Bei anonymen „Gesprächspartner“ die Form zu wahren fällt manchen schwer! Halten wir uns auch hier an die angemessene Anrede und Form! Sexistische und vulgäre Bemerkungen unterlässt man ebenso wie unangemessene Nicknames. Streitereien, Diskussionen, die zu nichts führen und Diskriminierungen gehören auch nicht in ein Forum oder in einen Chatraum. Religion, Alter, Geschlecht, Rasse tun beim Erfahrungsaustausch nichts zur Sache, also unterlässt jeder Sticheleien in der Hinsicht. Mit gegenseitigem Respekt ist allen Beteiligten beim Chat am meisten geholfen. Und wenn der Ton zu ruppig wird, muss man den Chatroom eben verlassen.

  • Kindereien wie ständiges Großschreiben oder mehrere Zeilen lang immer wieder das/den gleiche/n Wort/Satz zu beschreiben, stören ungemein. Das hält nur auf und mehr Bedeutung bekommt das Geschriebene dadurch auch nicht. Gerade Netzbewohner, die sich in Chatrooms aufhalten, sind stolz auf ihre eigene "Chatiquette".
     

Alles nur halb so wild? Mit einem Smilie sei hier gefragt: „Wer beurteilt eigentlich, ob ein Verstoß gegen die Etikette im Netz vorliegt?“

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Susanne Helbach-Grosser vom TAKT & STIL - College.
 

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