Arbeitsunfähigkeit bedeutet nicht Hausarrest

Arbeitsrecht - Arbeitsunfähigkeit bedeutet nicht Hausarrest

Viele Betroffene, die sich arbeitsunfähig gemeldet haben, sind verunsichert, was sie während dieser Zeit tun dürfen, oder nicht. Grundsätzlich gilt, dass Sie nichts tun dürfen, was die Genesung verzögert oder verhindert. Als erkrankter Arbeitnehmer müssen Sie sich immer so verhalten, dass Sie bald wieder gesund werden, was Sie dürfen oder nicht hängt, natürlich vor allem von der Art Ihrer Erkrankung ab.

Es kommt also darauf an, was Ihr behandelter Arzt anordnet.

Grundsätzlich müssen Sie nicht die ganze Zeit in der Wohnung sitzen, das Bett hüten, oder dauernd telefonisch erreichbar sein. Ihre Arbeits­unfähig­keits­bescheinigung muss dem Betrieb als Nachweis Ihrer Arbeitsunfähigkeit genügen.

Sich aus dem Lebensmittelladen, aus dem Laden um die Ecke zu versorgen, ist erlaubt, es sei denn, der Arzt hätte das Aufstehen und Einkaufen ausdrücklich verboten.

Selbstverständlich dürfen Sie auch an die frische Luft, zu einem Abendessen im privaten Rahmen gehen, einen Besuch bei den Eltern machen oder auch ins Restaurant gehen.

Hier sollten Sie sich mit Ihrem behandelten Arzt abstimmen, was dieser befürwortet oder nicht, idealerweise lassen Sie sich dies vom Arzt auch bestätigen, etwa, wenn es um einen Urlaub geht, den Sie während einer Arbeitsunfähigkeit antreten wollen.

Gerade dies sollten Sie auch mit Ihrem Arbeitgeber vorher abstimmen, ist der Entgeltzahlungszeitraum abgelaufen, mit der für Sie zuständigen Kranken­kasse. Wenn Sie während einer Arbeitsunfähigkeit in Urlaub fahren wollen, macht das meines Erachtens auch Sinn, wenn Sie sich mit Ihrem Arzt so abstimmen, das Sie bis unmittelbar vor dem Urlaub und dann wieder nach dem Urlaub krankgeschrieben bleiben und während ihres Urlaubes ihr normales Entgelt bekommen. Dies liegt meist auch im Interesse des Arbeitgebers, der es auch nicht gerne sieht wenn zu viele Urlaubstage auflaufen.

Hat Ihr Arbeitgeber Zweifel an Ihrer Arbeitsunfähigkeit, kann er den Medizinischen Dienst einschalten und dieser kann Sie zu einer Untersuchung laden. Keinesfalls kann Ihr Arbeitgeber von Ihnen Befundberichte fordern, oder Sie zu einem eigenen Arzt schicken.

So, ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen weitergeholfen – vor allem wünsche ich Ihnen gute Genesung!

 

Karl-Heinz Sommer
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht
Kreuzstraße 18, 40699 Erkrath
www.sommer-rechtsanwaelte.de